Neulich auf dem Campingplatz: Beim Nachbar sieht es gar nicht nach Bratwurst und Fertigrösti aus. Der Tisch ist edel gedeckt, ein Mehrgänger scheint angesagt, Glas und Porzellan statt Haushaltpapier und Plastik…

Und der Koch? 30 Jahre lang erfolgreicher Wirt eines bekannten Restaurants in der Zentralschweiz und ganz offensichtlich immer noch der gleichen Leidenschaft verfallen.
Noch selten hätte ich meine Bratwurst so gerne mit dem Menu des Nachbars getauscht wie an diesem Abend.

Bei der nächsten Gelegenheit sprach ich ihn darauf an, wie er eigentlich den ganzen Wandel durch die Induktionstechnologie in der Gastroküche erlebt hat.
Obwohl ich schon viele Gespräche mit Brancheninsidern geführt hatte, wurde ich von seiner Geschichte überrascht:
„Ich kannte viele Köche, die unter den schwierigen Arbeitsbedingungen als Koch irgendwann zur Flasche griffen. Alkohol war ein richtiges Problem in der Branche. In meinen Küchen war daher der Konsum ganz verboten.

Ganz abgesehen vom Stress und der Hektik, die in der Küche manchmal herrschen, mussten die grossen Gusseisen-Herde über Stunden immer bereit sein. Diese Hitze kann einem zu schaffen machen.
Dann kamen die Induktionsherde. Es wurde gesagt, die Männer würden von den Strahlen unfruchtbar. Wie schlimm das wirklich ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich habe es so erlebt, dass das Arbeitsklima in der Küche durch die Induktionsherde insgesamt gesünder wurde und ich kenne persönlich auch niemanden, der offensichtlich einen Schaden davontrug.

Aber ja, man sollte nicht blind alles in Kauf nehmen, nur weil eine neue Technik Vorteile hat. Eine gute Aufklärung und der bestmögliche technische Schutz sollten selbstverständlich sein. “
Hmm…aus dieser Perspektive hatte ich das noch gar nie betrachtet.
Was macht denn die Induktion mit der Gesundheit?
Niederfrequente magnetische Felder durchdringen unseren Körper und haben physikalische und biologische Auswirkungen. Insbesondere die Langzeitfolgen von schwachen Expositionen sind trotz grosser wissenschaftlicher Anstrengungen schwer abzuschätzen.
Die Wirkung von starken Feldern kann man hingegen testen – sie beeinflussen unser Nervensystem und damit unsere Wahrnehmung und unser Wohlbefinden direkt. Sind die Felder weg, ist auch die Wirkung in der Regel weg.
Und doch: Es gibt in diesem Zusammenhang nach wie vor viele ungeklärte Fragen und eine grosse Diskrepanz bei den Grenzwerten:
- Wie wirkt sich eine starke Feldbelastung auf die Entwicklung eines Embryos aus?

- Welche langfristigen Folgen kann es für unser Nervensystem haben, wenn es über längeren Zeitraum mit konkurrenzierenden elektrischen Strömen klarkommen muss?

- Wie reagiert der Körper auf ein künstliches Gelenk, wenn dieses immer wieder durch Induktion erwärmt wird?
Solange diese Fragen ungeklärt sind, tun wir gut daran, die Expositionen nicht unnötig in die Höhe zu treiben und einen vernünftigen Umgang damit zu erlernen.
Gibt es Studien?
Die Beobachtungen von elektrosensitiven Menschen und publizierten Studien klaffen weit auseinander, was es schwierig macht, damit zu argumentieren. Wir wissen zwar schon lange, dass nahe Hochspannungsleitungen das Risiko für Leukämie im Kindesalter steigern, aber im Verhältnis zu anderen Gefahren sind das winzige Zahlen.

Trotzdem gilt es, einerseits diejenigen ernst zu nehmen, die darunter leiden und Lösungen für sie zu schaffen und andererseits zumindest die gesetzlichen Grenzwerte zu respektieren und einzuhalten.
Technologische Möglichkeiten sollten ausgenutzt werden, um die Belastungswerte da zu senken, wo keine einschneidenden Nachteile dadurch entstehen.
Schwellbrand in der Küche
Im Jahr 2010 hatte das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO eine Messerhebung an Gastroarbeitsplätzen durchgeführt und festgestellt, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte an professionellen Induktionskochfeldern teilweise überschritten wurden und die Grenzwerte für die Normalbevölkerung sogar fast bei allen Geräten:

Zitat:
„Im Hinblick auf den Schutz der werdenden Mütter und der ungeborenen Kinder müssen die Streufelder bei heutigen professionellen Induktionskochherden minimiert werden.“
Daraus wurde ein Massnahmenpaket definiert und die verschiedenen Stellen aufgefordert, etwas zu unternehmen:
- Anpassung des Mutterschutzes
- Normierungsgremien: Klarheit schaffen und Risikopersonen schützen
- Branchenverbände: Schulungen und Informationen für die Branchenmitglieder zur Verfügung stellen
- Gerätehersteller: Technische Optimierungen zur Reduktion der Streufelder
Was hat sich verbessert?
Meine Gespräche mit Geräteherstellern, Küchenplanern, Gastro-Leitern, Branchenverbänden und Überwachungsstellen waren ernüchternd:
Die meisten haben keine Ahnung, dass die Beurteilung der elektromagnetischen Belastung ein vorgeschriebener Teil der Arbeitssicherheit darstellt. Diejenigen, die es wissen, stützen sich darauf, dass die anderen auch nichts machen und die meisten Hersteller werden nichts (Kostenaufwendiges) unternehmen, solange kein Druck auf sie ausgeübt wird.
Obwohl wir heute in der Lage sind, Abschirmungen mit Computersimulationen relativ einfach zu berechnen und zu dimensionieren, steht das auf der Prioritätenliste der meisten Hersteller an unterster Stelle. Dabei wäre es doch ein Wettbewerbsvorteil, hier kompetent aufzutreten und zu zeigen, dass man das Thema ernst nimmt.
Wir sind als Konsumenten bereit, mehr Geld auszugeben, wenn wir dafür etwas bekommen – und bei der Gesundheit sparen wir wohl am wenigsten!
Die Branchenverbände könnten durch einfache Hilfsmittel sicherstellen, dass insbesondere Köchinnen in den Betrieben darüber informiert wären, wie sie sich im Alltag schützen können.
Wer ist besonders gefährdet?
Gemäss der SECO Studie sind diese Personengruppen besonders gefährdet:
- Schwangere Arbeitnehmerinnen
- Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen (Träger von aktiven medizinischen Implantaten AIMD: HSM und ICD sind am wichtigsten)
- Personen mit passiven medizinischen Metallimplantaten
- Personen mit Piercings im Körperrumpf (Bauch, Becken, Hüfte)
- Kinder und Jugendliche, deren Kopfhöhe auf Induktionskochfeldhöhe 90 cm liegt.
Was die Hersteller tun könnten
Abschirmen
Mit relativ einfachen Möglichkeiten kann zumindest die magnetische Abstrahlung unterhalb der Kochebene sowie das elektrische Feld rundherum stark verringert werden. Ein namhafter Hersteller schätzt, dass höchstens 30% der professionellen Anbieter dies bisher machen.

Bessere Topferkennung
Die Köche kennen es: Der Herd bleibt immer eingeschaltet – es wird ja nur etwas heiss, wenn eine Pfanne drauf steht. Das ist ein grosser Vorteil von Induktionsplatten, nur leider gibt es ein Problem:
Wie erkennt die Platte, ob eine Pfanne vorhanden ist? Die sensibilisierten Hersteller testen in kurzen Abständen mit einem kleinen Signal, ob dies der Fall ist und wenn ja, kommt der Power. Perfekt.

Viele sparen sich aber diesen technischen Aufwand. Sie versuchen immer wieder, die Leistung abzugeben und schalten wieder ab, wenn dies nicht gelingt. Dabei werden die Grenzwerte unnötigerweise immer wieder überschritten, was in der Summe auch wieder etwas ausmachen kann. Weshalb dürfen sie das? Ganz einfach: Im Handbuch steht irgendwo, dass man die Platte nur mit Pfanne verwenden darf. Der Benutzer ist also selbst schuld, weil er das Gerät nicht „bestimmungsgemäss“ verwendet.
Eine zeitgemässe Topferkennung ist also technologisch kein Problem, das sollten wir als Kunden erwarten dürfen.
So kann ich meine Gesundheit schützen
Ein Induktionsherd ist eine geniale Sache und auch bei der Anwendung kann man ein paar Dinge beachten, um die Feldbelastung massiv zu reduzieren:
- Wenn möglich die hinteren Kochfelder nutzen
- Pfannen wählen, welche das Kochfeld ganz abdecken
- Nicht am Herd anlehnen. Jeder Centimeter kann die Belastung um Faktoren reduzieren!
- Bei Nichtgebrauch ausschalten
Wie kocht er denn nun im Vorzelt?

Fast hätte ich das vergessen: Ich durfte einen Blick ins Vorzelt des Sternekoches werfen – da standen zwei mobile Induktionsplatten – exakt dieselben, von denen ich eine habe und die ich natürlich genaustens ausgemessen habe. Deshalb weiss ich auch, dass bei dieser Platte auf die Abschirmung des elektrischen Feldes verzichtet wurde und dieses daher den Grenzwert für die Allgemeinbevölkerung um Faktor 50 übersteigt.
Ich verwende diese Kochplatte auch beim Campen – seit meiner Messung bin ich aber nur noch so nah dran wie nötig. Das mache ich allerdings beim Gasgrill seit je her so, denn der Rauch von tropfender Marinade oder verbranntem Käse gilt auch nicht gerade als gesundheitsförderlich.
Simulation als Lösung
Trotz allen Feldern und Gerüchen: Beim Camping am See die Seele baumeln lassen, das ist gesund – deshalb geniessen Sie die schönen Sommertage und sobald Sie vom Urlaub zurück sind, packen Sie das Thema an und buchen Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch.
Gemeinsam werden wir herausfinden, wie Sie mit dem Wissen um die Vorschriften und modernster Simulationssoftware die Induktionstechnologie auch in Ihrem Umfeld sicher einsetzen können.

Durch meine Erfahrung im Engineering von industriellen Induktionsanlagen und in der Computersimulation kann ich Sie dabei unterstützen, die richtigen Grenzwerte anzuwenden und die Ausbreitung der Felder sichtbar zu machen. Damit alle nicht nur mit vollem Bauch, sondern auch mit einem guten Gewissen schlafen können.