Schattenseiten der Elektromobilität?
Elektroautos erobern langsam aber sicher die Straßen, und viele von uns sind begeistert von der Idee, unsere Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten. Doch während die Technologie fortschreitet, treten auch neue Herausforderungen und Probleme auf, von denen wir vielleicht noch nichts gehört haben. In diesem Artikel werden wir zwei interessante Geschichten betrachten, die aufzeigen, dass die Elektromobilität auch noch einige Hürden zu überwinden hat.
Akkustand 2%
Es ist ein kalter Tag und ich will unser Elektroauto zu Hause an die Ladestation anschliessen. Der Sohnemann war im Skigebiet und hat den Wagen mit knapp 2% Restreichweite zurückgebracht. Doch zu meiner Überraschung zeigt das Display die Meldung: «Ladevorgang nicht möglich, Anschluss prüfen». Ein Déjà-vu, nachdem ich kürzlich an einer defekten Ladesäule auf einer Raststätte feststeckte und jetzt dasselbe zu Hause erlebe. Hier muss ich erwähnen, dass mir dies zuvor in 4 Jahren noch nie passiert war.

Mit einer Restreichweite von nur 4 km ist die Situation alles andere als komfortabel und ich fahre schlotternd zu meinem Garagisten. Als ich ihn um Rat frage, erzählt er mir von einem ähnlichen Vorfall mit einem Kunden im Industriequartier. Es stellte sich heraus, dass zu hohe Oberschwingungen im Netz den Ladevorgang tagsüber verhinderten. Das örtliche Elektrizitätswerk bestätigte die Probleme, konnte jedoch nicht genau sagen, woher sie kamen. Das Problem war zwar identifiziert, aber die Lösung blieb unklar.
Der Garagist steckt also meinen Wagen an seiner Wallbox ein – und alles funktioniert. Optimistisch fahre ich mit ein paar Prozent Reserve nach Hause und habe sofort wieder denselben Fehler.
Ich wechsle auf 1-phasiges Laden an 230V – funktioniert. Zurück an meine Ladestation und alles ist wieder in bester Ordnung. Vielleicht hatte die Software auch einfach nur kalt.
«Baukran stört E-Auto» – Ein Blick auf die komplexen Probleme

Eine andere Geschichte, die uns die Verbindung zwischen Elektroautos und dem Stromnetz verdeutlicht, betrifft die Auswirkungen von großen Elektromotoren auf das Versorgungsnetz. Der Anlauf solcher Motoren kann im Stromnetz zu kurzzeitigen Spannungseinbrüchen führen, welche von den Ladestationen nicht akzeptiert werden. Doch die Probleme beschränken sich nicht nur auf solche offensichtlichen Situationen. Viele Antriebe in Industriemaschinen werden heute von Frequenzumrichtern gesteuert, was zu komplexen Problemen führen kann. Die Elektroautos verfügen teilweise über sehr gute Messeinrichtungen und merken, wenn das Netz zu stark mit Oberschwingungen belastet ist.
Dies zeigt, dass wir in Zukunft vermehrt mit ähnlichen Problemen bei der Strominfrastruktur zu tun haben könnten. Es ist zunehmend wichtig, dass Betriebselektriker sich mit der Elektromagnetischen Verträglichkeit auskennen und mit diesem Wissen dafür sorgen, dass die Verbraucher in ihrem Zuständigkeitsbereich korrekt verdrahtet und entstört sind. Ein grundlegendes Verständnis der Zusammenhänge zwischen Netzfiltern, Frequenzumrichtern, Kabeln und Motoren ist erforderlich, um elektromagnetische Störungen zu minimieren. In einem EMV-Praxis Seminar werden diese Phänomene direkt demonstriert und praktische Lösungen erarbeitet.
Was kann ich tun bei Ladeproblemen zu Hause?
Wer über die notwendigen elektrotechnischen Kenntnisse verfügt, kann mit relativ günstigem Messequipment wie beispielsweise einem Handyscope TP450 von TiePie die Qualität des Stromnetzes messen und dem Netzanbieter damit belegen, wenn dieser für Ladeunterbrüche verantwortlich ist.
Hilfreich ist es, zuerst im eigenen Haushalt zu beobachten, ob die Fehler dann auftauchen, wenn irgendwelche anderen Verbraucher eingeschaltet werden (Bsp. Wärmepumpe) oder wenn sich gerade die Wolkendecke verzieht und die PV-Anlage auf Nennleistung hochschnellt.

Wenn die Probleme nur zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Kombinationen auftauchen, kann man daraus schon einige Schlüsse ziehen.
Beobachten Sie also das Auftreten der Fehler und sprechen Sie auch mit Ihrem Nachbarn. Je mehr Leute betroffen sind, desto eher wird sich dann auch der Elektrizitätsversorger dem Problem annehmen und allenfalls einen EMV-Spezialisten beiziehen.
Wo finden Industriebetriebe Hilfe?
Ein effizienter Weg, um aktuelle EMV-Störungen loszuwerden und zukünftige Probleme zu vermeiden besteht darin, eine Inhouse EMV-Schulung zu bestellen, welche genau auf die Kenntnisse der Kursteilnehmer ausgerichtet ist.
Die spezifische Situationen Ihres Unternehmens wird analysiert und in der Schulung bei Ihnen im Haus berücksichtigt. Ihre Mitarbeiter werden nach diesem eintägigen Seminar wissen, wo die Stolperfallen sind. Sie lernen, was sie selbst tun können und wann sie externe Unterstützung benötigen.

Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, um das auf Ihre Situation zugeschnittene Praxis-Seminar offeriert zu bekommen.